20 Tipps für bessere Unterwasserfotos

Schildkröte mit TaucherEine Unterwasserkamera ist schnell gekauft, aber die schönen Bilder macht sie leider nicht von alleine! Deshalb lohnt sich die Beschäftigung mit Tipps zum richtigen Umgang mit einer Unterwasserkamera.

Die hier vorgestellten Tipps richten sich an absolute Anfänger und Fortgeschrittene. Sie helfen bei

  • Verständnis der Unterwasserkamera (Tipp 1 – 4),
  • Pflege der Unterwasserkamera (Tipp 5 – 9), und
  • Aufnahmetechnik, Bildgestaltung und –bearbeitung (Tipp 10 – 20).

#1 Bedienungsanleitung lesen

Jede Kamera unterscheidet sich hinsichtlich Bedienung. Selbst eingefleischte Anhänger eines bestimmten Herstellers sind immer wieder überrascht, wenn Tastenbelegungen und Funktionen sich beim Nachfolgemodell ändern.

Deshalb sollte man sich unbedingt die Zeit nehmen, um die Gebrauchsanweisung der neuen Unterwasserkamera durchzugehen. Damit lässt sich das Risiko von Fehlbedienungen vermeiden, und der erste Schritt zu hervorragenden Unterwasserbildern ist gemacht!

#2 Stromversorgung sicher stellen

Ohne Batterien bzw. geladene Akkus läuft bei einer modernen, digitalen Unterwasserkamera überhaupt nichts. Weder Batterien noch geladene Akkus lassen sich am Einsatzort unter Wasser leicht finden. Deshalb unbedingt die Kamera zuhause aufladen oder Ersatzbatterien mitbringen.

Bei Reisen in Tauch- und Schnorchelparadiese im Ausland sollte man auch an einen Adapter denken, um das Ladegerät an der lokalen Steckdose anschließen zu können.

Vergessene Batterien oder nicht vorhandene Adapter kann man zwar in vielen Regionen der Welt kaufen – aber stets zu extrem saftigen Preisen!

#3 Als normale Kamera benutzen

Um sich nach dem Lesen der Gebrauchsanleitung mit der Kamerabedienung vertraut zu machen, empfiehlt sich der Einsatz als normale „Landkamera“. Einfach im Haus fotografieren oder in der freien Natur.

Mit der Zeit geht die Bedienung der Unterwasserkamera in Fleisch und Blut über. Dies ist wichtig, da beim Schnorcheln oder Tauchen die Konzentration auf die ungewohnte Kamera oft nicht möglich ist. Wer sich dann unter Wasser fragt, wie man denn noch einmal den ISO-Wert (siehe Tipp 17) verstellt, bekommt garantiert keine perfekten Unterwasserfotos.

#4 Im Schwimmbad üben

Hat man sich an Land mit der Unterwasserkamera vertraut gemacht, kann man sie im nächsten Schritt im Schwimmbad ausprobieren. Schwimmend und mit nassen Fingern stellen sich neue Herausforderungen.

Eine fabrikneue Unterwasserkamera sollte vor der Abreise in den Schnorchelurlaub unbedingt auf Dichtheit überprüft werden. In Deutschland bekommt man vom Händler bzw. Hersteller noch schnell Ersatz, in entlegenen Taucherparadiesen leider nicht.

#5 Unterwasserkamera richtig pflegen

Eine bereits benutzte Unterwasserkamera benötigt regelmäßige Pflege. Dazu sollte man vor allem auf die Dichtungsgummis von Speicherkartenfach und Batteriefach achten. Spröde Dichtungen und zwischen den Gummis steckende Sandkörner bedürfen besonderer Aufmerksamkeit.

#6 Nach Einsatz mit Süßwasser abspülen

Nach einem Einsatz im Salzwasser ist die Unterwasserkamera mit Süßwasser abzuspülen. Denn beim Trocknen des Wassers kristallisiert das Salz aus und hinterlässt einen gefährlichen Schmutzfilm. Diese Salzkristalle beeinträchtigen nicht nur die Funktion der Kamera, sondern können auch leicht zum Zerkratzen des Objektivs bzw. des empfindlichen Touchscreens auf der Kamerarückseite führen.

Im Idealfall hat man deshalb eine Flasche mit Trinkwasser zur Hand, aus der man etwas Wasser über die Kamera geben kann. Ist nicht ausreichend Wasser vorhanden, kann man auch ein mit Süßwasser befeuchtetes Tuch oder Handtuch benutzen. Allerdings sollte man bei der Rückkehr ins Hotelzimmer dann eine ausgiebige Reinigung mit Süßwasser vornehmen.

#7 Kamera nicht direkt nach Tauchgang öffnen

Ein häufig gemachter Fehler ist das Öffnen der Unterwasserkamera unmittelbar nach dem Einsatz. Hierbei besteht die Gefahr, dass Wasser ins Innere gelangen kann. Im Bereich der Dichtungen kann (von außen unsichtbares) Wasser sein, das bei vorzeitigem Öffnen ins Innere kommt. Dort kann es zum Beschlagen der Kameraoptik bzw. zu noch schlimmeren Schäden führen.

Deshalb am besten die Kamera in Ruhe trocknen lassen. Gegen ein Betrachten der unter Wasser gemachten Fotos auf dem Display ist natürlich nichts einzuwenden.

#8 Nicht am Strand öffnen

Ein ebenfalls oft vorkommender Fehler ist das Öffnen der Fächer für Speicherkarte und Akku direkt am Strand. Kleine Sandkörner, die sich schon bei etwas Wind in der Luft befinden können, geraten so zwischen die Dichtungsgummis. Beim nächsten Einsatz kann dann Wasser in die Unterwasserkamera eindringen.

Besser ist es deshalb, die Kamera nach gründlicher Reinigung nur im Hotel zu öffnen. Auf diese Weise verhindert man das Risiko einer „Sand-Infektion“.

#9 Sonnencreme

Auch die am Meer so notwendige Sonnencreme ist ein Feind der Unterwasserkamera. Durch den Kontakt mit eingecremten Händen kann Sonnencreme auf Objektiv und Funktionstasten gelangen.

Bedienelemente werden durch die Sonnencreme rutschig, und ein verschmiertes Objektiv sorgt für garantiert verschwommene Bilder. Daher sollte man nach dem Eincremen unbedingt mit einem Handtuch die Hände säubern.

#10 Tageszeit

Eine grundlegende Voraussetzung für gute Bilder unter Wasser ist ausreichend Licht. Schon in wenigen Metern Tiefe beginnt es merklich dunkler zu werden. Deshalb gelingen gute Bilder vor allem dann, wenn die Sonne möglichst senkrecht über der Wasseroberfläche steht.

Die besten Bilder gelingen also während der Mittagszeit (10 bis 14 Uhr). Doch Vorsicht: In vielen Tauchgebieten steht die Sonne nicht um 12 Uhr am höchsten. Dies liegt an der Sommerzeit (höchster Sonnenstand um 13 Uhr) und an regionalen Zeitzonen. Am besten informiert man sich bei Sonnenstandsrechnern (zum Beispiel http://www.sonnenverlauf.de/) über die vor Ort zu erwartenden Bedingungen.

#11 Abstand zum Motiv möglichst klein

Um ein attraktives Foto zu bekommen, muss der Fotograf so dicht wie möglich ans Motiv. Dies gilt vor allem unter Wasser, wo Lichtbedingungen und Wellengang das Fotografieren erschweren.

Bei Wracks und Pflanzen ist es keine Schwierigkeit, den Abstand zum Motiv so zu verkleinern, dass man es formatfüllend aufnehmen kann. Eine größere Herausforderung stellen Tiere dar. Hier sollte man versuchen, sich ohne hastige Bewegungen langsam zu nähern.

#12 Richtige Position zum Fotografieren

Im Allgemeinen wirken Unterwasserfotos am besten, wenn das Kameraobjektiv sich auf gleicher Höhe (oder auch leicht unterhalb) wie das Motiv befindet. Denn dadurch wird für den Bildbetrachter offensichtlich, dass das Motiv im Wasser schwebt.

Wer nur von der Wasseroberfläche nach unten fotografiert, kann zwar auch schöne Aufnahmen bekommen. In den meisten Fällen aber kommt es zu unscharfen Aufnahmen, da die Kamera sich beim Fokussieren auf das Motiv schwertut. Der Wellengang sorgt durch Bewegung des Schwimmenden und seiner Kamera für ungewollte Bewegungsunschärfe.

#13 Spezielles Unterwasser-Programm aktivieren

Die meisten Unterwasserkameras bieten spezielle Programme für Aufnahmen unter Wasser an. Je nach Hersteller und Kamera gibt es hier große Unterschiede, aber für absolute Anfänger sind diese Programme sehr hilfreich.

Ein gutes Programm setzt die Tipps 15 bis 17 ein, um scharfe Bilder zu ermöglichen.

#14 Auslöser richtig betätigen

Auch das Drücken des Auslösers will richtig gemacht werden! In der ungewohnten Umgebung unter Wasser machen viele den Fehler, die Kamera beim Abdrücken zu „verreißen“. Diese ungewollte Bewegung verändert den Abstand zum Motiv oder sorgt für Bewegung während der Ausnahme. Beides resultiert in unscharfen, verschwommenen Bildern.

Um richtig auszulösen, sollte man für eine Sekunde die Luft anhalten, die Kamera ganz still halten und dann nur den Zeigefinger bewegen. Mit etwas Übung kann jeder Anfänger diese Technik meistern!

#15 Verschlusszeit

Je kürzer die Verschlusszeit, desto schärfer das Bild. Diese Regel gilt vor allem beim Fotografieren unter Wasser. Denn sich bewegende Motive (beispielsweise Fische oder Schildkröten) und Wasserströmungen sorgen für ungewollte Abstandsveränderungen zwischen Kamera und Motiv.

Um ein scharfes Bild zu bekommen, darf die Verschlusszeit nicht weniger als 1/30 Sekunde betragen. Deutlich besser sind kürzere Verschlusszeiten, zum Beispiel 1/125 oder 1/250.

Hochwertige Unterwasserkameras mit lichtstarken Objektiven können diese Verschlusszeiten bieten. Billige Kameras, vor allem die Einweg-Unterwasserkameras mit Film, haben oft deutlich längere Verschlusszeiten.

#16 Richtige ISO Einstellung

Auch die ISO-Einstellung beeinflusst die Belichtungszeit. Je lichtempfindlicher (= höherer ISO-Wert), desto schneller ist das Bild gemacht. Diese kürzere Verschlusszeit ermöglicht schärfere Bilder.

Eine gute Unterwasserkamera lässt sich vom Standardwert 100 auf ISO 200, 400 oder 800 einstellen. ISO 200 halbiert die benötigte Belichtungszeit, ISO 400 reduziert sie um den Faktor 4.

Allerdings bedeuten höhere ISO-Werte auch mehr Rauschen, was sich als Unschärfe in Schattenbereichen zuerst bemerkbar macht. Hier sollte man mit seiner Kamera probieren, welcher ISO-Wert noch akzeptabel ist. Moderne, digitale Unterwasserkameras sollten mit dreistelligen Werten keine Probleme haben.

#17 Weißabgleich auf Unterwasserbedingungen einstellen

Licht hat nicht immer die gleiche Farbtemperatur (beispielsweise künstliches Neon-Licht in Supermarkt vs. Sonnenuntergang am Strand). Damit die Kamera die Farben richtig darstellt, muss die Farbtemperatur richtig gewählt sein (sogenannter „Weißabgleich“).

Eine digitale Unterwasserkamera kann dies automatisch machen. Allerdings darf man nicht immer perfekte Ergebnisse erwarten. In solchen Fällen kann die Nachbearbeitung am Computer (siehe Tipp 20) hilfreich sein.

#18 Blitz benutzen

Unter Wasser reduziert sich das vorhandene Licht mit zunehmender Tauchtiefe. Deshalb ist der Einsatz von Blitzlicht empfehlenswert.

Dabei ist auf zwei Punkte zu achten:

Viele Tiere reagieren auf Blitzlicht negativ und nehmen Reiß-aus.

Schwebende Sandkörner und andere Schwebstoffe reflektieren Blitzlicht. Vor allem beim Fotografieren in Ufernähe trifft man auf viel Sand im Wasser. Um Bilder mit vielen Reflexionen (ähnlich wie dichter Schneefall) zu vermeiden, sollte man in dieser Situation keinen Blitz benutzen.

#19 Viele Fotos machen

Der große Vorteil einer modernen, digitalen Unterwasserkamera ist die Möglichkeit, sehr viele Bilder zu machen. Speicherkarten mit viel Kapazität sind mittlerweile so erschwinglich, dass nur die Akkuleistung die in einem Tauchgang aufnehmbare Bildmenge begrenzt.

Je mehr Bilder man macht, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, einige wirklich gute Aufnahmen zu erhalten. Die meisten Unterwasserkameras bieten eine Serienaufnahmefunktion. Hält man den Auslöser gedrückt, nimmt die Kamera jede Sekunde mehrere Fotos auf.

#20 Bildbearbeitung am Computer

Die besonderen Lichtbedingungen unter Wasser verlangen oft nach einer Bearbeitung der gemachten Aufnahmen. Moderne Bildbearbeitungssoftware wie Adobe Lightroom oder Photoshop sind hierfür besonders geeignet (siehe ausführliches Tutorial).

Aus einem Bild mit blassen Farben und Blaustich lässt sich mit etwas Erfahrung innerhalb weniger Minuten ein tolles Foto zaubern. Üblicherweise arbeitet man mit Weißabgleich, Kontrast und Farbeinstellungen.

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